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Halloween Spezial
13.10.2015 21:00

Schwarze Katze

Ein Gespenst ist noch wie eine Stelle, 

dran dein Blick mit einem Klange stößt; 
aber da, an diesem schwarzen Felle 
wird dein stärkstes Schauen aufgelöst: 

wie ein Tobender, wenn er in vollster 
Raserei ins Schwarze stampft, 
jählings am benehmenden Gepolster 
einer Zelle aufhört und verdampft. 

Alle Blicke, die sie jemals trafen, 
scheint sie also an sich zu verhehlen, 
um darüber drohend und verdrossen 
zuzuschauern und damit zu schlafen. 
Doch auf einmal kehrt sie, wie geweckt, 
ihr Gesicht und mitten in das deine: 
und da triffst du deinen Blick im geelen 
Amber ihrer runden Augensteine 
unerwartet wieder: eingeschlossen 
wie ein ausgestorbenes Insekt. 
 

Quelle:
Rainer Maria Rilke, Sommer 1908 (vor dem 2.8.), Paris


In der Vergangenheit:

Die Katze hat im Laufe der Geschichte  eine sehr wechselhafte Rolle in der Welt eingenommen.

Im alten Ägypten war die Katze heilig. In der ägyptischen Mythologie wurde die Tochter des Sonnengottes Re als Katzengöttin Bastet verehrt. Sie wurde als Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe betrachtet und  fungierte auch als Beschützerin der Schwangeren. Außerdem war sie auch Göttin der Freude, des Tanzes, der Musik und der Feste. 

Im Europa des Mittelalters jedoch wurde die Katze zunehmend verteufelt und als Bote des Unheils und als Handlanger Satans betrachtet. Die ursprüngliche Wertschätzung der Katze als Mäusefänger verkehrte sich gegen Ende des Mittelalters ins Gegenteil. Eine Hauptrolle bei dieser Entwicklung spielte dabei die Kirche. Christlidche Geistliche sahen in der Katze, die als Symbol verschiedener heidnischer Götter verehrt wurde, ein Symbol Satans. Man machte die Katze zur Verkörperung des Bösen und brachte sie immer wieder in Verbindung mit Hexen und Magie.

Die Farbe Schwarz war zusätzlich eine dämonische Farbe und so wurden schwarze Katzen im doppelten Sinne zu Boten des Bösen ausgerufen. Sie galten als gefährlich und des wurde behauptet, Hexen verwandelten sich in schwarze Katzen , um so unerkannt ihr Unheil zu verbreiten oder schädliche, böse Zauber auf Menschen anzuwenden.

So versuchte man während der Inquisiton und der damit verbundenen Hexenverfolgung auch die Katzen auszurotten. Jeder, der eine Katze besaß musste befürchten mit Hexerei in VErbindung gebracht zu werden und in die Mühlen der Inquisition zu geraten. Insoweit brachten Katzen zu dieser Zeit tatsächlich Pech.

Noch größeres Unheil bedeutete es wenn eine Schwarze von links nach rechts den Weg kreuzte, denn links gilt seit jeher als die "schlechte Seite". Linkisch bedeutet daher auch falsch und so wurden Linkshänder auch lange Zeit versucht umzutrainieren - ein Aktionismus, dem auch ich als Kind zu meinem Leidwesen noch zum Opfer gefallen bin - doch diese Zeiten sind heute zum Glück vorbei!

Die Hexenjagd begann1484 mit dem Erlass des Papstes Innozenz VIII. Darin wird Hexerei und Teufelsanbetung als Realität hingestellt, die von den kirchlichen Instanzen mit aller Strenge bekämpft werden muss.

Der Hexenglaube, der zu Beginn des Mittelalters noch von der Kirche missbilligt wurde, erhielt dadurch großen Auftrieb. Der kirchliche Auftrag lautete nun, Hexerei und Teufelsanbetung  zu vernichten.

Tausende Menschen  gerieten allein durch üble Nachrede und Verleumdung vor die Inquisition. Und Meschen, die es wagten, für die Beschuldigten Partei zu ergreifen, endeten ebenso. 

In vielen Fällen diente die päpstliche Bulle  zugleich als Mittel, um sich unbequemer Mitbürger aus den verschiedensten Gründen zu entledigen.

Zusammen mit Ketzern und „Hexen“ wurden auch deren Katzen in die Hölle verdammt und der Inquisition übergeben. 

Papst Innozenz VIII. verkündete, dass Hexen den Satan anbeten und die Gestalt ihrer tierischen Gehilfen, der so genannten Hexentiere, annehmen würden.

Begründet wurde auch, dass die nachtaktiven Tiere den ganzen Tag verschliefen, um nachts die bösen Geister zu leiten. Das Paarungsgeschrei der Katzen deutete man als die Schreie unschuldiger Menschen, die von Hexentieren aufgefressen wurden.

Häufig sah man es ab auf  alte, allein stehende Frauen , die wohl möglich noch mit einer Katze als Gesellschafterin lebten.

Auch junge Frauen, die ihre körperlichen Reize nicht versteckten, waren Ziel der Diffamierungen. Ihnen sagte man nach, sich nachts in Hexen zu verwandeln, die auf Katzen reiten.

Der berüchtigte „Hexenhammer“ („Malleus maleficarum“) wurde 1487 erstmals in Straßburg publiziert. 

In Traktaten wurden die Schadenzaubertaten wie das Lahmhexen, Verwandlungs- und Wetterzauber ausgeführt und die Straffolgen festgelegt. 
Die Katze wurde ein unerlässliches Attribut der Hexe. Und dies geschah aus folgenden Gründen: Sie war ein Abbild des Teufels und der Dämonen und aufgrund ihrer Eigenschaften zusätzlich ein Symbol für „Wollust“. 

Mit der verstärkt einsetzenden Hexenverfolgung, die etwa 300 Jahre dauerte und im 16. bis 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte, mussten auch unzählige Katzen durch Feuer, Schwert oder auf andere grausame Weise ihr Leben lassen. Oftmals genügte sogar der Besitz einer Katze, vor allem wenn diese schwarz war, um als Hexe beschuldigt und verurteilt zu werden.

Wer für eine von beiden - Katze oder „Hexe“ - Partei ergriff, machte sich selbst verdächtig und hatte mit einem Verhör zu rechnen, welches dann oftmals ebenfalls mit dem Todesurteil endete.


Und heute?

Auch heute noch habe es schwarze katzen ungleich schwerer ein Zuhause zu finden als andere Katzen. Zum Einen liegt das wohl immernoch an den Nachwehen der Hexenverfolgung durch die Inquisition, die ausgelöst und vorangetrieben wurde durch den sogenannten "Hexenhammer" von Heinrich Kramer. Zum Anderen nan den aus der Inquisition resultierenden Horrorgeschichten und Gruselschockern der Literatur und der Filmindustrie in neuerere Zeit. 

Auch heute noch werden viele Menschen von den alten Aberglauben beeinflusst, auch wenn dies meist bestritten wird. solcherlei Dinge geschehen zumeist unbewusst durch anerzogene Verhaltensweisen und unterbewußte Vorurteile.

Aber auch die Mode der beliebten Katzenvideos und Fotos in sozialen Netzwerken spielt eine nicht unerhebliche Rolle dabei, zumal schwarze Katzen auf Selfies ungleich schwerer abzubilden sind als andere süße wuschelig knuddelige Samtpfoten.

Dabei gibt es zunzählige Gründe, eine Schwarze Katze zu adoptieren. Die zehn wichtigsten davon  wurden hier auf Youtube zusammengefast und schon unzählige Male geteilt: 

Zehn Gründe eine Schwarze Katze zu adoptieren!


In diesem Sinne, sollte man sich klar dazu bekennen, denn Schwarz ist nicht nur eine Farbe, sondern vor allem auch eine Lebenseinstellung. Es verkörpert zeitlose Eleganz und Erhabenheit- Eigenschaften, die schwarze Katzen ohne Zweifel zur Perfektion bringen!  

Liebe Grüße,

Alexandra Böttger-Harounian

Paten gesucht!
Gran Canaria

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